Wir müssen draussen bleiben?
cf.elements
Seit ich mich mit Webdesign beschäftige, haben sich Internetseiten von reinen Textdarstellungen zu aufwendig gestalteten Produkten aus Text, Grafik, Fotos und Animationen entwickelt. Dabei gab und gibt es Moden, wie der Flash-Boom, der dazu führte, daß wir vor atemberaubenden Startseiten warteten, die beim ersten Mal Bewunderung, mit jedem weiteren Besuch jedoch schneller den "Skip-Reflex" hervorriefen. Oder wir wurden darauf hingewiesen, dass Seiten nur mit einem bestimmten Browser und einer bestimmten Auflösung optimal zu betrachten seien; das bedeutete manchmal allerdings, dass wir mit einem anderen Browser nicht nur suboptimal angezeigte Seiten sondern gar nichts zu sehen bekamen.
Bei cf wird Wert darauf gelegt, dass Internetseiten unabhängig vom verwendeten Browser und ohne dass erst ein Plugin geladen werden muss, das Informationsangebot darstellen. Diese als Zugänglichkeit (accessibility) von Webseiten bezeichnete Eigenschaft sowie eine gute Benutzerführung (usability) haben bei unseren Produkten Priorität. Ein suchmaschinenfreundlicher Seitenaufbau und schlanker Quellcode für kurze Ladezeiten sind weitere Vorzüge unserer Webseiten.
Nicht erst seit barrierefreies Webdesign aufgrund von Verordnungen zu einem vieldiskutierten Thema wurde, beschäftige ich mich damit, Barrieren für Besucher von Internetseiten abzubauen bzw. so gering wie möglich zu halten.
Für mich war das Internet schon immer vorrangig ein Medium, das jedem Zugriff auf Informationen ermöglicht, ohne dass er sich dafür an die Orte begeben muss, an denen diese Informationen gespeichert sind. Ich habe noch gut in Erinnerung, wie mühselig es in den 1980er Jahren sein konnte, in Publikationen zu recherchieren bzw. überhaupt Zugang zu Dokumentationen zu bekommen, die nicht gerade in der eigenen Unibibliothek vorhanden waren.
Mit dem Zugriff auf gespeicherte Informationen überall auf der Welt über das Internet eröffnete sich mir ein ganz neues Universum. Die Vorstellung, dies bliebe mir alles versperrt, weil ich gerade den falschen Browser benutze, wegen einer motorischen Behinderung keine Maus bedienen kann oder mir wegen Sehbehinderung Daten vorlesen lassen muss, ist für mich Grund genug, Barrieren bei Webseiten, die ich erstelle, so weit es möglich ist zu vermeiden.
Warum nur "soweit es möglich ist"? Warum nicht vollständig? Leider ist es nicht möglich, 100% Barrierefreiheit zu erzielen, und es wäre ein unseriöses Versprechen, dies anzubieten. Barrierefreie Webseiten gibt es nicht. So vielfältig die Beeinträchtigungen sind, die Besucher von Internetseiten haben können, so zahlreich sind die Barrieren, auf die diese Besucher stoßen können. Im Extremfall baut man für eine Besuchergruppe Barrieren ab und gleichzeitig für eine andere Besuchergruppe auf. So können Webseiten, die mit Flash-basierten Inhalten für kognitiv behinderte Menschen Informationen mit Bildmaterial verständlich machen, von sehbehinderten Menschen, die sich diese Informationen vorlesen lassen müssen, derzeit noch eine unüberwindliche Barriere darstellen.
Es gilt also, Barrieren allgemein so niedrig wie möglich zu halten, gegebenenfalls auch mehrere Seitenvarianten oder zusätzliche Angebote für bestimmte Besuchergruppen anzubieten.


